Die Einsatzstelle Gleisdorf wurde 1959 von Michael Fuchs gegründet. Unterstützt wurde Michael Fuchs in den Anfangsjahren von Johann Herold, Friedrich Voit und Franz Egger. Als Ortseinsatzleiter folgten Michael Fuchs, Johann Herold, Johann Paierl, Rupert Taucher und seit 1997 Hermann Gerstmann.
Zu Beginn bildeten Gleisdorf und St Margarethen eine gemeinsame Einsatzstelle, bis dann im Jahre 1977 St. Margarethen eigenständig wurde.

In der Stadt Gleisdorf gibt es ein flächenmäßig kleines Naturschutzgebiet resultierend aus der Erstellung eines Ökokatasters in den Jahren 1986/87. An diesem Projekt, das ausgelegt war die Artenvielfalt auch in einem kleinstädtischen Raum zu sichern, war die Berg-  und Naturwacht ähnlich wie in 50 weiteren steirischen Gemeinden maßgeblich beteiligt. Unser  Naturschutzgebiet, das sich mittlerweile zu einem wertvoller Naturraum entwickelte, war Teil eines ehemaligen Abbaugeländes zur Ziegelherstellung. Das Areal wurde seinerzeit durch die Umfahrungstrasse Richtung Hartberg in 2 Hälften geteilt. Der nicht verbaute Teil wurde dann der Natur überlassen, sodass sich im  Laufe der Zeit durch die natürliche Sukzession ein wertvoller Lebensraum für Tiere  (Vögel, Lurche, Kleitiere, Insekten) und Pflanzen (v.a. Pioniergehölze ) entwickeln konnte. Um das Gebiet in seiner Grundstruktur zu erhalten müssen jährlich und bei Bedarf Pflegemaßnahmen durch die Ortseinsatzstelle eingeleitet werden.
Unsere Naturdenkmäler, früher bestehend aus mehreren markanten und das Stadtbild prägenden Einzelbäumen, sind inzwischen auf eine wirklich  einmalige Edelkastantanien Baumgruppe am Hohenberg nahe der Buschenschenke Maurer geschrumpft. Nachdem gerade in unserem Lebensraum Naturdenkmäler dieser Art immer seltener werden, wäre es umso wichtiger diese unseren Nachkommen zu erhalten. Auch in den umgebenden Wäldern und vor allem an  Waldrändern gibt es besonders markante Einzelbäume, die man auf diese Art als Samenträger der Nachwelt erhalten sollte. Allerdings trägt der jüngste Vorstoß der Landesregierung, dass in Zukunft ausschließlich der Besitzer für den Erhalt eines Naturdenkmales vor allem die finanziellen  Aufwendungen betreffend zu sorgen hat, nicht unbedingt zur Vermehrung solcher Ausweisungen bei. 

Die Ortsstelle kümmert sich  um den Bestand und Erhalt unserer Storchenpopulation. Eine schwindelerregende Tätigkeit, wenn es um die Sanierung, die Reinigung und den Erhalt der Storchennester geht. Ohne Unterstützung der Feuerwehr wären solche Einsätze beinahe undenkbar. Natürlich kümmert sich die Ortsgruppe Gleisdorf auch um alle anderen gefiederten Freunde. Auch hier wird versucht durch die Anbringung von artgerechten Nistkästen die Populationen aufrecht zu erhalten. Für interessierte Personen, Gruppen insbesondere SchülerInnen und Jugendliche gibt es zusätzlich praktische Informationen zum Bau und zur richtigen An-bringung der diversen Nisthilfen. 

Neben den Bemühungen um die Vogelwelt gilt es auch für die Insekten entsprechende Hilfen zur Weitervermehrung anzubieten. Solche Hilfen gibt es unter der volkstümlichen Bezeichnung "Insekten Hotels". Ein besonderes Exemplar dazu wurde gemeinsam mit den SchülerInnen der ehemaligen Obstbaufachschule Wetzawinkel angefertigt und im Naturschutzgebiet aufgestellt.
Aufklärungsarbeit und Information zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt für SchülerInnen und Jugendliche ist ebenfalls ein bedeutender Arbeitsschwerpunkt der Ortsgruppe Gleisdorf.  So wurden SchülerInnen der Volksschule Gleisdorf  vor Ort von unseren Mitgliedern Hermann Gerstmann und Kamillo Hörner über die Bedeutung artenreicher Blumenwiesen informiert. Die große Herausforderung dabei war wohl das noch Auffinden einer einigermaßen intakten artenreichen Wiese. Vieleicht sollte man anregen wenigstens zur Anschauung in den unterschiedlichen Ortsteilen für die Allgemeinheit jeweils ein Stück Blumenwiese zu erhalten.

Eine weitere mittlerweile immer dringlicher gewordene Aufgabe die Bekämpfung von Neophyten erinnert vordergründig an die Sage des Kampfes mit der neunköpfigen Schlange. Immer wen man glaubt an einer Stelle die Ausbreitung einer Neophytenart erfolgreich verhindert  zu haben taucht schon an anderer Stelle die nächste Population wieder auf. Knöterich, Riesenbärenklau, der übrigens unter Einwirkung von intensiver UV-Strahlung zu Verätzungen an der Haut führen kann, kanadische Goldrute, drüsiges Springkraut, Ambrosia, usw. haben es, durch ihre besonders erfolgreiche Vermehrungsrate,  bereits geschafft unsere heimische Pflanzenwelt vor allem an meist noch naturbelassenen Stellen empfindlich zu verdrängen. Immer stärker wird uns dabei bewusst, dass unsere heimische Pflanzenwelt und standortgerechten Biotope nur mehr durch intensive Pflegemaßnahmen in ihrer Ursprünglichkeit erhalten werden können, eine Aufgabenstellung die unbedingt auch von der öffentlichen Hand besser wahrgenommen und unterstützt werden sollte.

Wie jedes Jahr ist die Ortsstelle Gleisdorf im Frühjahr auch maßgeblich an der Aktion saubere Steiermark beteiligt. Wie wir im Vergleich zu den vergangenen Jahren leider feststellen konnten nimmt das sogenannte "Littering", das unbedachtsame Wegwerfen von Abfällen, vor allem Verpackungsmaterialien, wieder zu.  Auf diese laut Statistik erhöhten Gewichtszunahmen könnten wir gerne verzichten.

Die Ortsstelle Gleisdorf verfügt in zwischen über mehrere Personen, die die Ausbildung zum Gewässeraussichtorgan absolviert haben. Neben größeren Flüssen wie Raab, Rabnitz und llzbach zählen auch zahlreiche Zubringerbäche zu unserem Einsatzgebiet. Bäche und Flüsse sind sozusagen die Lebensadern unseres ökologischen Gefüges werden aber in den Augen der Bevölkerung oftmals nur geringgeschätzt und dienen lediglich als Gerinne zur Ableitung überflüssigen Oberflächenwassers.  Die Gewässeraufsicht sorgt, soweit dies im Rahmen dieser Tätigkeit überhaupt  möglich ist, dass die Dynamik von Flüssen und Bächen erhalten und gewährleistet wird, die Gefahr von Verklausungen vermieden wird, unsachgemäße Ablagerungen und Aufschüttungen ausbleiben, Siloballen und Brennholz nicht in hochwassergefährdeten Bereichen gelagert werden und es zu keinen Wasserverunreinigungen kommt. Letzteres geschieht leider immer wieder durch die unsachgemäße Ausbringung von Gülle zum falschen Zeitpunkt.  Der daraus folgende Eintrag der Gülle in das angrenzende Oberflächengewässer vermindert nicht nur die Wasserqualität, sondern führt dann zum Absterben und Tod der sich im Bach oder Fluss befindlichen Lebewesen. Dasselbe gilt auch für die unsachgemäße Lagerung von Mist oder Kompost im Nahbereich eines Fließgewässers. Nicht immer stoßen hier Gewässeraufsichtsorgane, Berg- und Naturwächter auf das nötige Verständnis. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt, dazu gehören der sorgsame Umgang mit Trinkwasser, die Vermeidung unnötiger Versiegelungen, Regenwassernutzung, Grundwasseranreicherung, usw. wird für uns alle zur großen Herausforderung in der Zukunft.

Eine neue Aufgabe und Herausforderung für unsere Ortsstelle ist die Betreuung und Pflege eines Feuchtbiotops in der Gemeinde Albersdorf-Prebuch. Dieses Feuchtgebiet in Verbindung mit der Raab besteht aus einer offenen Wasserfläche, die als Retentionsraum zum angrenzenden Industrieareal dient. Zwei Inseln innerhalb der Wasserfläche, ein Grünstreifen, der das stehende Gewässer vom Fluss trennt, sind mittlerweile von großteils standortgerechten Gehölzen besiedelt, sodass sie für Vogel-, Tier und Pflanzenwelt durchaus heute schon zu einem wertvollen Ersatzlebensraum geworden sind. Leider haben auch die bereits einmal zitierten Neophyten diesen  Lebensraum für sich entdeckt und drohen nun massiv unsere heimischen Arten zu verdrängen. 

Gemeinsam mit Frau Dr. Leitner, der Baubezirksleitung Oststeiermark , der zuständigen Naturschutzbeauftragten und der Ortsgruppe Gleisdorf wurde ein detailierter Pflegeplan, der auch die Bekämpfung der invasiven Neophyten und auch entsprechende Renaturierungsmaßnahmen beinhaltet, erstellt. Nachdem das Gebiet exakt vermessen war, wurden die erforderlichen Umsetzungsschritte  einem Maßnahmenplan festgehalten. Die Umsetzung erfolgte im Frühjahr 2014 und die laufenden Erhaltungsarbeiten werden durch die Ortstelle Gleisdorf und großzügiger Unterstützung der Gemeinde Albersdorf-Prebuch durchgeführt.

Die Aktivierung des Feuchtbiotops in Albersdorf-Prebuch ist Teil eines Leaderprojektes, so dass für entsprechende Sanierungs- und  Renaturierunsmaßnahmen auch in bescheidenem Rahmen finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Für uns aber noch viel wichtiger ist die Zusammenarbeit mit der Region, der Gemeinde, interessierten Gruppen, Schulen, um unserer Bevölkerung die Wichtigkeit von Natur- und Artenschutz anschaulich zu vermitteln.

Dies scheint umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass unsere Region derzeit von einem enormen Bauboom, bedingt durch die Nähe zur und günstige Erreichbarkeit der Landeshauptstadt Graz, geprägt ist. Damit in Verbindung werden viele bisher landwirt-schaftlich genutzten Flächen in Bauland umgewidmet, Gebüschgruppen , Heckenstrukturen, Streuobstgärten, Grünland und Ackerraine, verschwinden für immer aus unserem Landschaftsbild. Noch in der Landwirtschaft verbleibende Flächen werden dann in der Folge eher intensiv genutzt, sodass für die natürliche Tier- und Pflanzenwelt nicht mehr viel übrig bleibt. Die Artenvielfalt geht noch mehr zurück, letztendlich leiden aber auch die Menschen darunter, wenn ihr bisheriger Lebens- und Naherholungsraum seine Qualität und Attraktivität endgültig verliert.